Die Solidaritätsbetreiberpartnerschaft zwischen dem Zweckverband Wasserversorgung Trollmühle und dem ukrainischen kommunalen Unternehmen Teplovodservice Myrhorod (KUT) ergänzt die seit 2022 bestehende kommunale Partnerschaft zwischen der Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg (Rheinland-Pfalz) und der Stadtgemeinde Myrhorod in der Oblast Poltawa.
Ziel dieser Solidaritätsbetreiberpartnerschaft ist der persönliche und fachliche Austausch zwischen den beiden kommunalen Versorgern. Gleichzeitig unterstützt der Zweckverband den ukrainischen Wasserversorger Teplovodservice gezielt bei der Beschaffung dringend benötigter Ausrüstung für die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen.
Verbandsvorsteher Michael Cyfka und Werksleiterin Rika Glöde betonen: „Uns ist es wichtig, ganz konkret vor Ort in Myrhorod Hilfestellung zu leisten.“ Beide Partner möchten durch fachliche Expertise und die Bereitstellung von Sachgütern aktiv zum Wiederaufbau beitragen.
Gemeinsamer Auftakt in Bonn
Ende Oktober 2025 trafen sich die Partner erstmals persönlich beim GWOPA-Kongress sowie beim Netzwerktreffen der Betreiberplattform in Bonn. Das direkte Kennenlernen bewerteten beide Seiten als äußerst gewinnbringend, insbesondere als Ergänzung zum bisherigen Austausch per Videokonferenz.

Fachlicher Austausch beim Zweckverband
Im Anschluss reisten die ukrainischen Kollegen vom 29. Oktober bis 2. November zum Zweckverband Wasserversorgung Trollmühle. Dort besichtigten sie verschiedene Anlagen und tauschten sich intensiv mit den deutschen Kolleg*innen zu fachlichen Themen aus.
Am 30. Oktober wurden die Anlagen des Zweckverbandes in Windesheim vorgestellt. Besichtigt wurden unter anderem die Trinkwasseraufbereitungsanlage, die Hauptpumpstation, Werkstatt und Lager sowie Funkwasserzähler. Werksleiterin Rika Glöde, die Wassermeister sowie Techniker erläuterten die technischen Abläufe. Im Mittelpunkt des Austauschs standen Themen wie Wasserversorgung und Monitoring.
Am 31. Oktober folgte die Besichtigung der Kläranlagen in Stromberg, Guldental und Langenlonsheim. Werksleiter Oliver Wagner präsentierte den ukrainischen Gästen die Anlagen der Abwasserentsorgung und erläuterte betriebliche Abläufe.
Am 1. November standen weitere Anlagen der Trinkwasserversorgung auf dem Programm, darunter Tiefbrunnen und Hochbehälter. Anschließend tauschten sich die Fachleute zu Wasserverbrauch, Fernwirktechnik und Beschaffungsprozessen aus. Zudem wurden mögliche zukünftige Themen für den digitalen Fachaustausch identifiziert. Dem Zweckverband war es dabei besonders wichtig, gezielt auf die dringendsten Herausforderungen des ukrainischen Partners einzugehen.

Zukünftige Zusammenarbeit
Neben dem Erfahrungs- und Fachaustausch bot ein gemeinsames Rahmenprogramm Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen. Die neu geknüpften Kontakte zwischen den ukrainischen und deutschen Mitarbeitenden werden die digitale Zusammenarbeit während der Projektlaufzeit deutlich erleichtern.
Am 2. November traten die ukrainischen Kollegen die Rückreise nach Myrhorod an. Der fachliche Austausch wird in regelmäßigen digitalen Formaten fortgeführt.