Auftaktbesuch in Sarajevo: Die Kommunalen Unternehmen ZAH und KJKP RAD starten Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung der kommunalen Abfallwirtschaft

Der erste Besuch des Zweckverbands Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH) beim kommunalen Unternehmen KJKP RAD Sarajevo in Bosnien und Herzegowina war ein wichtiger Schritt: Beide Partner haben die Grundlage für eine zielgerichtete Zusammenarbeit hin zu einer bürgernahen, bezahlbaren und umweltgerechten Abfallwirtschaft gelegt.

Ende 2025 vereinbarten der Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH) und das kommunale Entsorgungsunternehmen KJKP RAD Sarajevo eine Partnerschaft mit dem Ziel eines langfristigen und praxisnahen Erfahrungsaustauschs. Die Kooperation ist Teil des Programms „Grüne Transformation – Förderung der Kreislaufwirtschaft in Städten und Gemeinden in Bosnien und Herzegowina“, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt wird. 

Teilnehmende am Auftaktbesuch in Sarajevo | Foto: Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim

Anfang März reiste eine Delegation des ZAH nach Sarajevo. Ziel war es, die Rahmenbedingungen vor Ort zu analysieren, die Partner persönlich kennenzulernen und zentrale Handlungsfelder für die Zusammenarbeit zu definieren. Die Teilnehmenden erhielten einen umfassenden Einblick in die kommunale Abfallwirtschaft im Kanton Sarajevo. Im Fokus standen unter anderem das Gebührensystem, das Deponiemanagement, die Sortieranlage, Fuhrpark und Werkstatt, der Betrieb von Wertstoffhöfen sowie Fragen der Abfalllogistik und des Vertragsmanagements. 

Die Analyse zeigte: Grundlegende Strukturen und technische Systeme sind vorhanden, weisen jedoch in vielen Bereichen organisatorischen und betrieblichen Verbesserungsbedarf auf. Gleichzeitig besteht ein erhebliches Entwicklungspotenzial, auf dem die Partnerschaft aufbauen kann. 

Foto: Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim

Ein zentraler Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf der Weiterentwicklung des Gebührensystems. Ziel ist ein modernes System, das Anreize für umweltgerechtes Verhalten schafft und langfristig eine wirtschaftlich tragfähige Abfallwirtschaft ermöglicht. Ein wichtiger Schritt wurde bereits erreicht: Die im März 2026 vom Parlament des Kantons Sarajevo verabschiedete Reform der Gebührenstruktur – von einer wohnflächenbasierten hin zu einer personenbezogenen Berechnung – stellt einen bedeutenden Fortschritt dar und zeigt den politischen Willen zur Weiterentwicklung des Systems. 

Ergänzt wurde das Programm durch Gespräche mit weiteren Akteuren der Abfallwirtschaft, darunter dem dualen System „Ecopak d.o.o.“. Auch die Abstimmung mit dem lokalen GIZ-Projekt „Grüner Wandel – Förderung der Kreislaufwirtschaft in Städten und Gemeinden in Bosnien und Herzegowina“, in das die Partnerschaft eingebettet ist, spielte eine wichtige Rolle. Dabei konnten belastbare Arbeitsbeziehungen aufgebaut und feste Ansprechpartner für die weitere Zusammenarbeit definiert werden. 

Foto: Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim

Im abschließenden Workshop wurden die nächsten Schritte vereinbart: die Planung eines Gegenbesuchs in Hildesheim, die gemeinsame Teilnahme an der IFAT 2026 sowie die Priorisierung zentraler Themen für die kommenden Jahre. Mit der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding durch Stefan Grampe und Emir Dobrača wurde die Partnerschaft formal bekräftigt. 

Perspektivisch wollen die Partner zudem prüfen, inwiefern gebrauchte Fahrzeuge, Ersatzteile und Maschinen aus Deutschland einfacher nach Sarajevo vermarktet werden können, um kurz- und mittelfristig zur Modernisierung der technischen Infrastruktur beizutragen. Insgesamt markiert der Austausch einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen, kostengünstigen und effizient organisierten Abfallwirtschaft.

Teilnehmende des Auftaktbesuchs in Sarajevo | Foto: Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim
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Arbeitseinsatz und Hospitation
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