Das Projekt
Die Betreiberpartnerschaft zwischen dem Zweckverband Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH) und KJKP „RAD“ Sarajevo wurde Ende 2025 im Rahmen der Betreiberplattform initiiert. Sie ist Teil des GIZ-Programms „Grüne Transformation – Förderung der Kreislaufwirtschaft in Städten und Gemeinden in Bosnien und Herzegowina“, das im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) umgesetzt wird.
Die Partnerschaft basiert nicht auf einer bestehenden Städtekooperation, sondern wurde gezielt im Rahmen des GIZ-Programms angebahnt. Ziel ist ein praxisnaher Erfahrungsaustausch zur Weiterentwicklung zentraler Bereiche der kommunalen Abfallwirtschaft in Sarajevo. Im Fokus stehen insbesondere die Verbesserung der finanziellen Grundlagen, die Optimierung betrieblicher Abläufe sowie die Stärkung organisatorischer Strukturen.
Arbeitspakete der Partnerschaft
Es gibt drei zentrale Arbeitspakete, denen sich die Partnerschaft widmet:
Tarifstruktur und Gebühren, operative Optimierung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.
- Tarifstruktur, Gebühren und Regulierung
Die bestehende Gebührenstruktur von KJKP RAD basiert auf Grundlagen, die seit vielen Jahren nicht grundlegend angepasst wurden. Angesichts gestiegener Betriebs- und Investitionskosten besteht ein struktureller Reformbedarf. Ziel dieses Arbeitspakets ist die Weiterentwicklung eines wirtschaftlich tragfähigen und verursachungsgerechten Gebührensystems.
Im Fokus stehen der Austausch zu Gebührenmodellen, Kalkulationsansätzen und regulatorischen Rahmenbedingungen sowie die Analyse der bestehenden Datenbasis. Erste Fortschritte wurden bereits durch die im März 2026 verabschiedete Reform der Gebührenstruktur erreicht. Die Zusammenarbeit erfolgt durch regelmäßige Fachgespräche, Workshops und Arbeitsbesuche.
- Operative Optimierung und wirtschaftliche Effizienz
Die Abfallwirtschaft im Kanton Sarajevo verfügt über grundlegende technische Strukturen, weist jedoch in vielen Bereichen organisatorische und betriebliche Optimierungspotenziale auf. Ziel dieses Arbeitspakets ist die Steigerung der Effizienz in Sammlung, Transport und Betriebsorganisation.
Schwerpunkte sind unter anderem die Optimierung von Routen- und Einsatzplanung, die Weiterentwicklung von Beschaffungs- und Vermarktungsprozessen sowie die Verbesserung der Nutzung von Wertstoffen. Die Zusammenarbeit umfasst Analysen vor Ort, fachlichen Austausch sowie praxisnahe Einblicke im Rahmen von Arbeitsbesuchen und Job-Shadowing.
- Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Transparenz
Eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Abfallwirtschaft erfordert die Akzeptanz von Bevölkerung und politischen Entscheidungsträgern. Ziel dieses Arbeitspakets ist die Stärkung von Kommunikation, Transparenz und öffentlichem Bewusstsein für nachhaltige Abfallwirtschaft.
Im Fokus stehen Maßnahmen zur Information und Sensibilisierung der Bevölkerung, die Verbesserung interner und externer Kommunikationsstrukturen sowie die Unterstützung einer faktenbasierten öffentlichen Diskussion. Die Zusammenarbeit erfolgt durch Austausch zu Kommunikationsstrategien, gemeinsame Formate und begleitende Öffentlichkeitsarbeit.
Aktivitäten
Die Aktivitäten der Partnerschaft dienen dem praxisnahen Austausch zwischen beiden Unternehmen und der gemeinsamen Entwicklung konkreter Lösungsansätze. Ziel ist es, Erfahrungen direkt in anwendbare Maßnahmen zu überführen und die Zusammenarbeit kontinuierlich zu vertiefen.





Titelfoto: Julian Nyča
