Das Projekt
Das Projekt umfasst praktische technische Aspekte (Schwerpunkt auf Grundwassermanagement, Optimierung des Pumpenbetriebs, Transport- und Verteilnetzbetrieb und Reduzierung der Wasserverluste) sowie Kapazitätsaufbau, der über die Partnerschaft mit deutschen Wasserversorgungsunternehmen zugänglich ist.
Kernstück der Partnerschaft ist der Peer-to-Peer-Austausch zwischen den Versorgungsunternehmen. Dieser bildet die Basis für den bilaterale Austausch mit Rand Water Zanzibar. Ziel ist es, die Kenntnisse und Fähigkeiten der Mitarbeitenden zu verbessern und zu erweitern. Ein speziell auf die Partnerschaft zugeschnittener Arbeitsplan soll zum Kapazitätsaufbau innerhalb der Partnerschaft verhelfen.
Arbeitspakete der Partnerschaft
Um einen umfassenden Ansatz zu gewährleisten, der den Bedürfnissen der Partnerschaft gerecht wird, werden zwei Arbeitsgruppen eingerichtet: Wasserversorgung und Brunnenbau.
Wasserverteilung (GW)
Gelsenwasser wird sich im Bereich der Trinkwasserverteilung betätigen. Insbesondere in Anbetracht der Anzahl an Leckagen und zeitnahe Reparatur von Leckagestellen und deren Lokalisation ist eine Überarbeitung der Prozesse erforderlich.
Zunächst wird eine District Metered Area (DMA) eingerichtet. Mittels Ultraschallmessungen sollen Erkenntnisse über Zustand und Eigenschaften des Versorgungsnetzes gewonnen werden. Daraus lassen sich Maßnahmen ableiten, um eine Optimierung herbeizuführen. Ebenso gilt es zu prüfen, inwiefern mit einfachen elektroakustischen Verfahren Leckagestellen festgelegt werden können.
Von erheblicher Relevanz ist zudem die Qualifizierung des Personals. Regelmäßige Schulungen der sansibarischen Kolleg*innen vor Ort und in Deutschland sollen zu einer routinierteren Abarbeitung der Aufgaben führen. Ergänzt werden soll dies mit der Entwicklung von Arbeitshilfen und Werkzeugen, wie bspw. eines Rohrschadensberichts. Diese ermöglichen im weiteren Verlauf die strukturierte Bearbeitung der Baustellen und Identifizierung von schadhaften Leitungsabschnitten.
Ebenfalls soll die Lagerhaltung optimiert werden, damit Reparaturmaterialien schnell, hygienisch unbedenklich und in ausreichender Menge verfügbar sind, um eine zügige Bearbeitung sicherstellen zu können.
Brunnenbau und Regenerierung (OOWV)
Die Arbeitsgruppe Brunnenbau hat zwei Fokuspunkte: Menge / Gewinnung und Qualität. Für den Fokus der Menge und Gewinnung wird das Konzept „flow rate vs. total volume“ verfolgt. Im ersten Schritt werden hier Ergebnisse von Erkundungen, sowie geeigneter geologischer Profile besprochen. Das dient dem Kennenlernen und Verstehen der Deckschicht, sowie der Feststellung der maximal hydrologisch wirksamen Distanz zum Küstenstreifen. Im zweiten Schritt werden Grundwassermessstellen besprochen und optimiert falls möglich. Als drittes soll die Konzeption von Brunnenfassungen und deren Vorteile diskutiert werden.
Der Fokus der Qualität wird durch optische Kontrollen, Hygiene und bauliche Maßnahmen sowie Reinigung und Regenerierung behandelt. Hierzu zählen das Bedenken der Notwendigkeit von optischen Kontrollen, der Bau von Schutzrohren bzw. Brunnenköpfen, mögliche nachträgliche Ringraumabdichtungen, als auch Varianten einer wirksamen mechanischen Brunnenreinigung.
Stand: April 2026